Sonntag, Februar 15, 2026

Endlich ein kalter Winter aber warum ist es nicht wie früher?

Reschensee 2026- Neujahrsgruss am anderen Ufer

Für mich als aktiver DN Segler beginnt die Saison in den Tagen nach Weihnachten meist in Italien (Südtirol) am Reschensee. Hier auf 1500m ü/nN scheint zumeist die Sonne und die Tage sind nicht so dunkel wie bei uns in Schleswig. Heuer war der große Reschensee nicht komplett zugefroren und wir mussten zum Haidersee ausweichen, der frisch zugefroren, schwarzes Eis hatte. Es waren bereits mehrere Segler aus verschiedenen Nationen vor Ort und als ich in das Geschehen eingriff, waren wir ca. 20 DN Segler, die auf Grund der Geografie des Sees in 2 Flotten aufgeteilt werden mussten. Das lief prima und erste Trimm Wettfahrten um 2 Tonnen brachten auch gleich gute Erkenntnisse. Mit den weichen Masten haben sich der Trimm des Bootes und der Segelstil erheblich verändert. So fährt man jetzt den Mast sehr steil, bis zu 75° Mastfall und als Pilot rutscht man tief in den offenen Rumpf hinein. Letzteres ist nicht einfach und muss trainiert werden. Die Losung lautet: „Erst wenn du die Rückenlehne nicht mehr an deinen Schultern spürst bist du tief genug und weit nach vorne gerutscht“. Es entlastet die Luvkufe, „das Beinchen hebt sich leicht“, weniger Reibungswiderstand und man kann höher am Wind segeln. 

Januar 2026. Segeln vor beeindruckender Bergkulisse am Haidersee

OK, das mal vorab aber wie lief nun die Saison?
Große Hoffnungen machten wir DN Segler uns dann Ende Januar als der Frost über Deutschland herein brach. Gibt es endlich, nach 14 Jahren mal wieder eine Deutsche Meisterschaft und können wir vielleicht ein paar der attraktiven Preise mal wieder aussegeln? Die große Revier Suche begann. Der Schneefall kam nachdem die meisten Gewässer bereits knapp zugefroren waren. Man sichtete Wasserlöcher, es gab Borsten die nicht überregelbar waren. Es gab Reviere an denen man nur mit wenigen Autos parken konnte. Es war schwierig. Eine DM steht weiterhin in den Sternen.Januar 2026 . Balmer See - segeln auf Spiegeleis

Januar 2026 . Balmer See - segeln auf Spiegeleis

16.-18.1.2026
Oderhaff und Achterwasser, Balmer See
Mitte Januar rief unser Berliner Freund, Dirk Meyer, an und lud zu sich am Oderhaff ein. Es sollte dort bereits gutes Eis geben. 5 DN Segler machten sich auf den Weg und wir fanden am Freitag schlechtes Eis. Doppeleis. Wenn man einbrach in die oberste Schicht stand man bis zum Knöchel oder tiefer im Wasser. Natürlich lies sich so nicht segeln. Wir riggten wieder ab und verluden die Boote und fuhren zum Balmer See, ca. 25min. entfernt. Hier fanden wir gutes Eis, allerdings die Oberfläche naß. Wir segelten Freitag nachmittag noch ein paar Runden um 2 Tonnen und freuten uns auf den nächsten Tag. Dieser erwartete uns mit gutem Wind und glattem, aber naßem Eis. Es wurden ordentlich Trainingsrunden gesegelt und mein Training am Haidersee zahlte sich aus. Nur ein Lauf ging verloren. Am Sonntag ging die Sonne auf im wahrsten Sinne des Wortes. Frost, Sonnenschein und lt. Henning, G-21, 5 Bft. Hartes spiegelblankes Eis. Traumbedingungen. Leider nicht für alle von uns händelbar. So drehten wir zu dritt einige schnelle Runden um die dortigen Inseln, was auch viel Spaß machte. Dirk, G-126 schrieb anschließend: „In dem Track max. 70km/h, gefühlt schneller aber alles safe! An die Mitracer: das war once in a Lifetime und wir haben es erlebt. Danke!“ Anschließend fanden wir ein sehr gutes Fischlokal am See (Fischpalast Nepperin) auf dem Weg zurück in s Hauptquartier.

Januar 2026 - Segeln auf Wassereis

23.-25.1.2026
Grimnitzsee, Brandenburg. 
Der harte Kern, erweitert um unsere bayrischen Freunde, Thomas, Peter und Bernd hatten recherchiert und trafen sich bereits am Freitag auf dem Grimnitzsee. Leider nur ein im Wald versteckter Takelplatz für diesen schönen, großen und runden See, der allerdings durch eine Borste in 1/3 und 2/3 große Eisflächen geteilt wurde. Wir entschieden uns für die größere Fläche. Am Samstag segelten wir um den Ernst-August Gedächtnispreis. 5 Läufe, 1 Streicher. Flugs waren die Regattatonnen ausgebracht und eine Startlinie gelegt und die Wettfahrten konnten beginnen. Der Preis ging nach Bayern. Thomas, G-8 zeigte sein Können und brachte ganz zur Freude seiner Familie den großen, Ernst-August gewidmeten Preis mit nach Hause. Ich wurde 5ter. Am Sonntag segelten wir um den traditionellen „Bernsteinpreis", der bereits seit den 30er Jahren im Eissegelsport in Berlin oder Brandenburg ausgetragen wird. Holger, G-890 gewann, Bernd, G-51 wurde 2. und Anja, G-390 wurde dritte. Thomas konnte sich knapp vor mir platzieren auf 4 und ich werde wieder 5. Gesamt 10 Teilnehmer.

Januar 2026. Balmer See. Wo ist bitte die Luvtonne?


Januar 2026 Grimnitzsee:. Der Track von 3 Wettfahrten


Grimnitzsee - Preisträger und Stifter vom Ernst-August Gedächtnispreis


30.1. - 1. 2.2026
Wolziger See, Brandenburg
Unsere Berliner Freunde hatten den „Brandenburger Adler“ ausgeschrieben und es kamen Segler aus Hamburg, aus Schleswig und aus dem Ruhrgebiet. Der See hatte wiederum eine Borste beinahe in der Mitte und nachdem wir diese gekennzeichnet und sicher überfahren (übergetragen) hatten, konnten wir einen großen Kurs auslegen. Unsere Scouts, Holger und Anja, schon früh auf Schlittschuhen und mit Sicherheitsausrüstung unterwegs hatten noch ein großes Wasserloch (Windloch) gefunden, welches wir mit Hilfe von Flaggen kennzeichneten. Es waren sieben Wettfahrten vorgesehen bei einem Streicher. 4 Wettfahrten am Samstag und 3 am Sonntag. Viel Wind, herausfordernde Bedingungen. Ich konnte mich leicht verbessern auf den dritten Platz, Holger gewann knapp vor Anja. Ein tolles Eissegelwochenende welches aber für die darauf folgende Woche einiges an arbeiten, wie Kufenschleifen einforderte. 

Wolziger See - Die Preisträger beim Brandenburger Adler


10.2. - 12.2.2026
Mielno, Polen - Grand Master 2026
Bereits am Sonntag reiste ich mit DN Freund Wulf, G-749, (Krogo) nach Polen. Alles Autobahn bis nach Danzig. Einige Trainingsrunden am Montag. Es lief gut bei mir und am Dienstag sollten die Wettfahrten beginnen. Es hatten 60 Teilnehmer zu dieser besonderen Regatta gemeldet. Man muss über 60 Jahre alt sein und konnte sich selbst in eine Gold oder eine Silbergruppe eintragen. Ich switschte noch in der Vorwoche hin-und her und entschied mich dann auf Grund kleiner Zipperlein für die Silbergruppe. Hier traf ich auf die Freunde aus Berlin und überraschender Weise hatte sich auch der Schweizer Spitzensegler, Jean Claude Vuithier, Z-39 für diese Gruppe angemeldet. Das Eis am ersten Wettfahrttag war rauh mit Schneeauflage. Eine schwierige Kufenfrage aber vom Wind her kam nur das flache Segel in Frage. 29 Segler in der Silbergruppe und ich segelte die Platzierungen 3,4,3, welches mir einen Vorsprung von 5 Punkten auf den dritten Platz, Dirk einbrachte. Sehr spannende Läufe. Kräftezehrend. 
Mielno, Polen - alte Bekannte: G-99 und David Howlett, K-13

In der Goldgruppe konnte Thomas (G-8) mit den Plätzen 2, 4 und 20 ein erstes Signal setzen. Hier waren 22 Segler am Start. Ex Europameister und andere Spitzensegler. Am Mittwoch gab es nicht genug Wind zum segeln und zwischendurch auch Regen, Wir harrten den ganzen Tag am See aus um dann nachmittags durchnäßt in unser Hotel zu fahren. 


Mielno, Polen - Holger Petzke, G-890 in Aktion

Am Donnerstag bei einem Blick aus dem Hotelfenster wurde die Lust auf weiteres DN segeln nicht gerade verstärkt. Regen und Wind. Der Regen blieb im ersten Start dann aus, jedoch war das Eis richtig nass, genauso wie der Hosenboden. Es sollten 3 Läufe gesegelt werden mit anschließender Preisverteilung auf dem Eis. Ohje. Ich war leider auf Grund des Wetters nicht genug motiviert, nahm keine Wechselkufen mit raus und hatte in der Nachsicht „falsch gewachst“. Sprich die falsche Kufenwahl, was ich  bereits im ersten Lauf bemerkte. Es war bereits am Start eine Quälerei das Boot auf Tempo zu bringen, Mit zwei guten Vormwind Schlägen konnte ich noch einen dritten Platz einfahren aber im Laufe der folgenden Rennen verlor ich Plätze. Wurde 8. und 6. und punktgleich mit dem dritten, Pierre Z-25 wurde ich als vierter gewertet. Gewinner war mit 5 ersten Plätzen und im letzten Rennen nicht mehr angetreten, Jean-Claude, Z-39. Leider erschien er nicht zur Preisverteilung die trotz Regen einen schönen Rahmen hatte. Dirk Meyer, G-136,  wurde verdient zweiter. Er hatte mit 1,5 Umdrehungen am Vorstagspanner das richtige setup gefunden und war mit den Platzierungen 2,3,2 an diesem schwierig zu segelnden Tag verdient auf den 2. Rang vorgerückt. 

Mielno, Polen - Preisverteilung im Regen. Gesamtsieger und Nationenpreis für Team GER

Thomas, (Radl Huber) G-8, wurde Gesamtsieger in der Goldgruppe und widmete seinen Sieg dem kürzlich verstorbenen DN Kollegen Ernst-August, G-631. Es war das neue Boot von Ernst-August, in Porsche Orange, welches Thomas erworben hatte. Auch wieder eine beeindruckende Geschichte, die aber auf einer anderen Ebene erzählt werden sollte. Das Team GER gewann dann auch noch den Nationen Cup. Thomas und Holger waren in diesem wirklich starken Feld mit den Platzierungen 1 und 6 allen anderen überlegen gewesen. Es begann das große packen im Regen und der größte Teil des Teilnehmerfeldes fuhr bereits am Abend auf die Fähre von Danzig nach Schweden, wo in der darauf folgenden Woche die WM sowie die EM stattfinden wird. Noch ist die Saison nicht zu Ende. Vielleicht wird es ja auch noch das bei uns. Auf dem Pönitzer See wird ja auch seit Wochen in kleinen Feldern regattiert. 

See you on the Eis

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